Lina im Gästeklo. Eingeschlossen.

Türklinkenrapeln aus dem Gästeklo. „Mama“, „Mamaaaaa“ „Mamaaaa, komm mal“

Irgendwann höre ich, dass es doch dringender ist.

Die Tür ist zu.

„Lina?“

„Mama, ich habe die Tür zu geschlossen. Und jetzt bekomme ich sie nicht mehr auf.“

„Oh“

Lina ist erstaulich ruhig. Ich gucke durch das Schlüsselloch. Ich weise sie an, den Schlüssel noch mal richtig herum zu drehen. Doch es will nicht klappen. Pläne im Kopf zurechtlegen.

„Lina, ich suche mal einen Ersatzschlüssel. Das dauert einen Moment.“

Kein Schlüssel passt. Neuer Plan.

„Lina, ich hole Werkzeug aus dem Keller. Das dauert einen Moment.“

„Mama, du musst den Papa holen.“ (Papa liegt mit Grippe im Bett niedergemäht. Den könnte ich noch nicht mal zur körperlichen Anwesendheit rufen.

Mit der Zange bekomme ich den Schlüssel nicht zu fassen.

„Lina, ich gehe nochmal in den Keller. Zur Not müssen wir die Tür kaputt machen. Aber raus kommst du. Es dauert nur ein bisschen“

„Ist gut!“

Neue Pläne im Kopf. Mit versierten Nachbarn. im Hinterkopf lassen. Brauchen wir nicht.

„Mama, eine Spinne!“

„Und? Wie groß ist sie?“ betont gelassen.

„Mittelgroß“

„Na dann geht’s ja“

„Aber Mama, die hat mir zugezwinkert.“

Schön, dass unsere Tochter in solchen Momenten ihren Humor behält.

Weiterer Kellergang. Nächste Zangencharge. Rumgefriemel an der Tür.

„Mama, ich glaube, wir brauchen die Feuerwehr.“

*rumfriemel

Brauchen wir die Feuerwehr? Hmmmmm. Nö. Schaffen wir so. Zwischendrin möchte Timo JETZT unbedingt auf den Schoß. Und nen Stinker hat er auch.

„Nee, ich bekomme das bestimmt auch hin. Ich muß nochmal in den Keller. Nen Schraubendreher holen“

„Mama, hol doch den Papa!“

Schön, dass Lina das Vertrauen in ihren Papa hat, solche Situationen hinzubekommen. Mein Ehrgeiz ist noch erst recht angestachelt. *Friemel

„Lina, dreh nochmal und drücke gegen den Schlüssel, damit er nicht rausfällt.“ *weiterfriemel

*klick

Die Tür ist auf.

„Mama, wie hast du das geschafft?“

Ich nehme Lina in den Arm und lobe sie, dass sie so prima ruhig geblieben ist. Dann folgt nochmal ein kurzes Gespräch über Schlüssel im Allgemeinen und die Nutzung von Schlüsseln durch Lina und Timo im Besondern.

Essen im Restoroo

Wenn der doofe Husten schon nicht weggeht, und man bei Mamas Erledigungen dabei sein muss, dann darf man sich auch was wünschen:

Pfannkuchen war der ursprüngliche Plan

Und dann korrigierte Lina nochmal.

Essen beim Schweden im Restorooo.

Dortiger Wasserschaden minimierte die Speisekarte zwar erheblich. Mittagessen auf Papptellern. Kötbula schmeckten dennoch.

Noch ein Buch vorgelesen und Kinderzimmerpläne im Kopf schwirren lassen. Immer wieder spannend durch fremde Wohnungen zu spazieren und sich inspirieren zu lassen. Lina ausgeglichen, Mama kurz vorm einschlafen. Mama hat’s nämlich auch ein wenig erwischt.

Nachts kurz vor 1

Timo wacht auf. Ungewöhnlich wach. Er ist warm. Viel zu warm. Och nööööö. Ich öffne den Schlafsack, damit kalte Luft an ihn kommen kann. Timo quietschfidel. Versteht das mit dem Schlafsack falsch. Plappert „Kita“ und tappt ins Kinderzimmer. Spielte mit der Toniebox und plapperte munter vor sich hin. Ich muss lachen. Mit der Toniebox geht es auf den Wickeltisch. Zum Ablenken. Tatsache. 39. Morgen – Nachher dann also keine Kita.