Ich hab Post!

„Ich hab Post!“

Glucksend wedelt Timo mit dem Uns half herum und hüpft auf meinen Schoß. Freudig rupft er den Umschlag auf. Eine weiße Karte mit einer bunten Torte kommt zum Vorschein. Selbstgebastelten. Die gemalten Kerzen obenauf zählen wir gemeinsam: Eins, zwei, drei. Eine Geburtstagstorte!

Den Text lese ihm Timo vor und er hört gebannt zu.

„Du bist eingeladen, Timo!“

„Ich hab Post!“ Ruft er nochmal.

Die erste offizielle Geburtstagseinladung in der Kita! Was für ein Bedeutender Moment. Die bald Dreijährige steht plötzlich an der Scheibe der Tür und sieht seine Freude. Timo streckt ihr die Karte entgegen. Und beide Strahlen sich an.

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Muscheln, Pizza und Yoga

Heute morgen gingen die Seepferdchen (die kleine Kitagruppe) ins Watt Muscheln sammeln. Da Lina und Timo ja so tolle Beutel haben, wurden diese auch reichlich gefüllt.

Die Erzieherinnen waren ganz Baff, dass Timo mir direkt eine Miesmuschel und eine Herzmuschel zeigte und beide richtig benannte. Ich erzählte, dass wir vorher ja schon wochenlang Bücher und Filme geschaut hatten, um uns einzustimmen auf das Meer.

Mittags bereiteten die Kinder Pizza zu. Jeder durfte sagen, was auf die Pizza drauf sollte. (Ich bekam auch ein Stück ab und fand sie seeeeehr lecker)

Nachmittags hatten Lina und ich Mutter-Kind-Yoga. 🧘🏼‍♀️ Wir machten zusammen den Baum, den pullernden Hund, die Maus und die Kinder machten noch einbüßt Dinge wo wir Mamis Hilfestellung gaben.

Dann holten wir auch Timo ab. Hier wurde mir auch nochmal erzählt, dass Lina und Timo eine. Sehr soziale Geschwisterbeziehung hätten, die es wohl eher selten gäbe. Jeder würde sich um den anderen kümmern und nach dem anderen fragen.

Leider war das Wetter ziemlich doof. Auch die Wattwanderung morgen wird für beide zu stürmisch sein.

So lasen wir, tranken Tee und Kakao und spielten UNO.

Timo wurde vom Zimmernachbar noch eingeladen mit dessen Bauernhoffahrzeugen zu spielen. Der Nachbar ist schon 6 und ein ganz lieber. Timo fand das natürlich total klasse. Er schwelgte im Fahrzeugparadies.

Lina zog sich nochmal Wasserfest an und sprang draußen alleine durch die Pfützen.

Siegerehrung des Aktivcampes

Ich bin ja soooo stolz auf unsere Tochter.

Vorhin war unter großem Getöse die Siegerehrung in der Turnhalle. Wir Mamis standen Spalier und alle Kinder kamen herein und wurden beklatscht. Timo war auf meinen Arm. Erst ab 5 durfte man ja offiziell teilnehmen. Durch die langen Tage war er völlig fertig. Eine Trainerin fasste die letzten drei Tage vorne für uns alle zusammen:

Die Kinder und Jugendlichen haben wirklich ein respektables Programm gehabt. Neben dem Sport gab es durch die Trainer der Fussbalfabrik je nach Altersklasse viel Theorie zu Gesundheit, Fitness, Ernährung, Fairness, Teamspiel und Zielen, Sieg und Niederlage.

Es gab 5 Gruppen. Jeweils die 3 Besten aus jeder Gruppe wurden nach vorne gerufen und bekamen einen Pokal.

Anfangs freute sich Lina noch für alle mit. Doch je weiter die Siegerehrung schritt um so mehr sank ihr Mundwinkel.

Irgendwann löste sich ihr ganzer Frust und sie rannte in meine Arme und weinte lautstark.

Dann gab es noch 5 Pokale die für besonderes Verhalten vergeben wurden. Die Teamgeist-Pokale.

Lina hörte plötzlich ihren Namen und der Trainer schaute aufmunternd zu ihr.

Lina traute sich erst gar nicht zu glauben, dass Sie gemeint ist. Es gibt ja noch eine andere Lina.

Doch!

Ich musste mit nach vorne gehen und dann konnte sich Lina auch freuen. Vier andere wurden mit ihr nach vorne gerufen. (Ich habe ihr gesagt, sie solle das jetzt genießen. Das wäre ihr Applaus!)

Sie hat noch nicht ganz verstanden für was sie den Pokal bekommen hat. Wir werden morgen nochmal nachfragen, was sie genau denn da richtig gemacht hat.

Aber ich war ganz gerührt und habe ihr gesagt, das so ein Pokal viel mehr wert ist, als ein Preis wenn man besonders weit gesprungen ist oder besonders viele Bälle ins Tor geschossen hat.

Timo war natürlich auch traurig, dass er keinen Pokal bekam.

Ich kaufte ihm zum Trost eine Wasserflasche. Die anderen Teilnehmer ab 5 haben alle eine bekommen.

Mittwoch soll es zum Abschluss noch eine Überraschung für alle Teilnehmer geben. Und das Tshirt dürfen sie auch behalten.

Aktivcamp Tag 2, Blessuren und erste Kaffezähne

Zwei ramponierte Kinder

Beide liebevoll von der häusigen Nachtschwester mit viel Aufmerksamkeit versorgt.

Patient Timo: am Asphaltweg den Deich runter mit der Wange gebremst. Dank Helm nur ein „klonk“ + Bremsspuren an der Wange und keine größere Verletzung.

=Bepathansalbe

Patient Lina: mental und körperlich total ausgepowert und Muskelgruppen kennengelernt, die vorher noch nicht bekannt waren.

=Salbenverband mit Traumeel (Homöopathische Salbe)

Die beiden Sportler waren ganz schön abgekämpft. Gerade für Lina ist der Tag schon sehr anstrengend. Die Minis haben nur ein kleines Sportprogramm. Timo erzählte ganz stolz, das er Dosen umgeworft hat. Alle!

Und Lina freut sich morgen auf die Medaillie und ihr Trainer ist sowieso der beste von allen!

Ich habe die schicken Tshirts eben nochmal per Handwäsche durchgewaschen.

Timo ging als Geschlagener Ritter eben mit Schutzanzug (Schlafanzug) und Helm (kleines Kopftuch) und heruntergelassenem Visier ins Bett. Er hatte den Kampf mit dem dunklen Ritter verlohten und viele Verletzungen davon getragen. Das erzählte er mir alles, als er sie Nachtwindel anbekam. Da ich kein passendes Schwert parat hätte, erklärte ich ihm, es müsse in der Waffenkammer. Er meinte es müsse neu geschärft werden, da es kaputt sei. Da hat er auf dem Wikingerfest wohl besonders gut zugehört.

Mit herabgelassenem Visier (Tuch vor den Augen) und Einschlafeschichte „Eloisius“ ist er besonders schnell ins Reich der Träume gesunken.

Eben kam Lina noch mal zu mir gehuscht, fühlte sehr konzentriert hinter allen kleinen Backenzähnen entlang und ist nun der Meinung, dass da oben links eine Spitze von einem Kaffeezahn (großen Backenzahn) durchblitzt. Dabei grinste sie sooooo stolz. Das kann tatsächlich sein. Ich meine auch etwas gespürt zu haben. Unsere Maus wird langsam ein Schulkind.

Statusmitteilung

Selbstständigkeit

Unsere Tochter holt sich tatsächlich den Zimmerschlüssel bei Mama im Kinderhaus ab, geht ins obere Stockwerk des Kurhauses, um ihr Portmonee zu holen geht dann ans Kiosk um sich UND ihrem Bruder jeweils einen Lolli zu kaufen. Kommt dann 10 Minuten später wieder ins Kinderhaus um Mama den Schlüssel und das Portmonee und ihrem Bruder den versprochenen Lolli zu geben. Und verschwindet dann wieder auf den angrenzenden Spielplatz.

Zack! So groß isse schon mit 5 1/2

Seehundstation, Bähnchen und Drachensteigen

  • Im Fahrradanhänger ging es nach Norddeich. Die beiden schwatzten und fachsimpelten hinten, während Mama zufrieden strampelte. Der Weg zur Seehundestation war total aufregend. Wir konnten nämlich im Kurpark auf einem Floß fahren. Das hat ganz schön geschaukelt. Lina und Timo haben sich hingesetzt und Mama musste uns an einem Seil herüberziehen.
    • Seehundstation

    Wir haben aber auch ein Glück.

    Mama hat die Kombitickets weggeworfen, was uns erst an der Kasse auffiel. Der Mann an der Kasse (war just der Verkäufer aus dem Waloseum) hat sich an uns erinnert. Und auch, dass wir uns über die Nutzung des Kombitickets.

    Somit kamen wir nun ohne Karten rein. Sonst hätten wir hier nochmal Einritt zahlen müssen.

    Wir waren rechtzeitig zur Fütterung da. Konnten vorher noch ganz viel angucken. Aber irgendwie waren wir drei noch „satt“ vom intensiven gucken im Waloseum. Vielleicht lag es auch daran, weil es um einiges voller war: wir überflogen die meisten Sachen nur.

    Wobei die Sachen echt klasse und vor allem kindgerecht präsentiert werden.

    Lina und Timo krabbelten durch eine Röhre und dann waren sie plötzlich unterm Watt. Einige typische Tiere waren ganz groß dargestellt.

    Während der Fütterung wurde von einer Mitarbeiterin ganz viel erklärt.

    Im Anschluss kamen wir am Spielplatz vorbei. Dort hatte Mama den Eindruck den Zimmerschlüssel verloren zu haben und wir mussten überall nochmal nachfragen. Der Schlüssel war aber gar nicht weg und Mama war das ganz unangenehm und entschuldigte sich bei Lina. Die hatte nämlich geglaubt, ihr wäre der Schlüssel aus ihrer Tasche gefallen.

    • Mittagessen im Seestern
  • Unsere komischen Kinder essen nun also auch Krabben. Beide waren sehr angetan davon. Eigentlich hatten Lina Bratkartoffeln mit Spiegelei bestellt. Aber von Mamas Teller wurde auch noch geräubert und Mama war hinterher ganz schön verdutzt, wo beide das ganz e Essen den hingepackt hatten.
  • Wir bekamen auch ein ganz liebes Kompliment von unseren Tischbachbarn, was besonders Mama gut tat.
    • Pferde streicheln
  • An der Haltestelle von Norddeich-Express standen 4 Ponys, auf denen man reiten durfte. Mama war von der Idee nicht so angetan. Aber Beide gaben sich auch mit Streicheln zufrieden und Lina flüsterte dem einen Pony ein paar liebe Worte ins Ohr.
    • Norddeich-Express
  • Das Bähnchen fuhr uns ca eine 3/4h durch Norddeich und ein Stück außerhalb. Timo hat die Fahrt besonders gut getan. Währe es noch ein wenig weiter gegangen wäre er bestimmt selig eingeschlafen.
    • Drachen kaufen
  • Von den ganzen Drachen an der Drachenwiese angefixt gab Mama eine Runde Drachen aus. Der Verkäufer war superlieb und beriet ganz toll. Für Lina musste es unbedingt ein Einleiner mit einem Einhorn sein.
  • Timo bekam einen kleineren mit der Maus drauf.
  • Bevor die Einleiner direkt perfekt in den Himmel stiegen und von beiden ganz prima gehalten wurden gab es bei der Eissfee noch ein Eis. Die Verkäuferinnen machten Timo sogar eine gemischte Kugel und verpackten sie zum halben Preis als Kinderwundertüte mit Streuseln und Gummibärchen.
  • Umrahmt von wunderschönen riesigen Drachen fühlten sich Lina und Timo auch gleich wie Drachenprofis. Keiner lies los und Maus und Einhorn tanzten ziemlich lange am Himmel.

    • Heimfahrt

    Mama strampelte den Anhänger tapfer wieder nach Hause. Und nach dem Gang über die Wäscheleine gab es auch gleich leckeres Abendessen.

    Eigentlich wollten Lina und Timo noch ne Runde auf den Spielplatz. Aber nachdem sie Mama in der Teeküche beim Kartenspielen entdeckten bleiben beide.

    Sie wurden von der Mama-und-große- Töchterrunde ganz herzlich aufgenommen und durften selbst mitspielen.

  • Im Bett gab es für jeden noch eine Einschlafgeschichte und nach 5 bzw 20 Minuten waren beide eingeschlafen.
  • Wattausflug

    Nach der Kurkita wollten wir ins Watt. Die Teeminuten mit Keksen weiteten sich aber nich ein wenig aus, da ein Kumpel sich mit Lina zum Spielen verabredete und noch zwei größere Mädels dazukamen. Und schon wurde der Tisch zur Höhle eingerichtet.

    Es braucht so wenig zum Spielen und Glücklich sein.

    Mama versuchte zu lesen, quatschte dann aber doch mit einer anderen Mama und Petronella Apfelmus musste ja auch noch vorgelesen werden.

    So verschoben wir den Wattbesuch auf nach dem Abendessen.

    Mit Schaufeln, Eimer ausgeliehen aus der Kita und Gummistiefeln ging es dann in die größte Matschepampe Deutschlands.

    Lina wäre so gerne Barfuß gelaufen. Doch die Erzieherin hatte uns vor Glasscherben und scharfkantigen Muscheln gewarnt. Und tatsächlich entdeckten wir einige Glasscherben und waren froh um die Gummistiefel.

    Die Gummistiefel von Timo sind doch noch ein wenig groß, das Watt teils sehr klebrig sumpfig und die Kraft des kleinen Kerles in den Beinen noch nicht ganz so ausreichend. So plumste Timo zweimal Polängs hin.

    An der Hand von Mama lief es sich dann sicherer. Mama gruselte es schon vor dem Fischgeruch der Klamotten und plante die folgende Waschmaschine. Timo hielt wirklich tapfer lange durch, bis er irgendwann Kälte anmeldete.

    Wir entdeckten Krebse in allen Größen. Von Minimini und sehr schnell bis zu nicht mehr lebend aber Handtellergroß.

    Die Eimerchen wurden immer voller mit Krebsscheren, Herz- und Miesmuscheln. Lina erkannte Blasentang, wir fanden Spuren von Vögeln. Auch wissen wir nun, dass überall, wo es blubbert im Watt ein Tier lebt. Wir schauten einem Krebs beim wiedereingraben zu. Und wir hörten neben dem Wind das feine Knistern von ganz vielen kleinen Tierchen.

    Zwischen den Steinen am Deich entdeckten wir so viele große Krebse, dass Lina irgendwann sagte:

    „Mama, jetzt lass uns gehen!“

    Und Mama antworte: „Aber es ist so spannend hier!“

    Hatten die Kinder am Vormittag in der Kita noch tolle Sachen in der Kreativwerkstadt gebastelt, war der Wattbesuch für beide das Highlight des Tages.