Lina und die Kartoffel

Eine leckere Kombination aus Essensresten auf den Mittagsstisch.

Lina schmeckts, nur die Süsskartoffeln mag sie nicht.

Sie isst alles auf.

Lina: „Mama, kann ich nochmal von allem haben, was mir geschmeckt hat!“

Sie äußert es nach Linamanier mehr als Feststellung, weniger als Frage.

Mama: „Hm. Es ist alles weg, nur das was du nicht magst ist noch da.“

Lina: Dann schäl ich mir jetzt eben eine Kartoffel.

Mama: Und was willst du mit einer geschälten rohen Kartoffel?

Lina: Na Kochen.

*Mama gibt auf. Lina schält sich eine Kartoffel. Mama geht in der Zeit lieber aus der Küche.

Lina ruft: Mama, wie geht das mit dem Herd?

Mama: Na das mache ich dann.

Kartoffel kocht auf dem Herd.

Lina: „Mama kann ich was gucken?“

Mama: „Nee, deine Kartoffel ist gleich fertig.“

Lina: Mama, jetzt hab ich keinen Hunger mehr, jetzt hatte ich genug Kartoffel.

Lachend Mama: „Nee, DIE isst du jetzt“

Lina: Ok!

Pulleralarm

Mama liegt mit beiden schlafenden Kindern im Bett und hört Hörbuch. Plötzlich hört sie im stockdunklen Schlafzimmer Pullergeräusche. Mächtig lange Pullergeräusche.

„Lina?“ (Könnte ja auch die Katze sein)

„Ja?“

Mama reckt den Hals. Sieht nix. Recht noch mehr. Immer noch Pullergeräusche. Sieht schemenhaft Lina vor dem Bett knien.

„Bist du auf dem Töpfchen?“

„Ja“

„Wow“

Mamas Augen gewöhnen sich an die Dunkelheit und erkennen das Töpfchen. Hinter Lina. Immer noch Pullergeräusche.

*seuftz*

Lina im Gästeklo. Eingeschlossen.

Türklinkenrapeln aus dem Gästeklo. „Mama“, „Mamaaaaa“ „Mamaaaa, komm mal“

Irgendwann höre ich, dass es doch dringender ist.

Die Tür ist zu.

„Lina?“

„Mama, ich habe die Tür zu geschlossen. Und jetzt bekomme ich sie nicht mehr auf.“

„Oh“

Lina ist erstaulich ruhig. Ich gucke durch das Schlüsselloch. Ich weise sie an, den Schlüssel noch mal richtig herum zu drehen. Doch es will nicht klappen. Pläne im Kopf zurechtlegen.

„Lina, ich suche mal einen Ersatzschlüssel. Das dauert einen Moment.“

Kein Schlüssel passt. Neuer Plan.

„Lina, ich hole Werkzeug aus dem Keller. Das dauert einen Moment.“

„Mama, du musst den Papa holen.“ (Papa liegt mit Grippe im Bett niedergemäht. Den könnte ich noch nicht mal zur körperlichen Anwesendheit rufen.

Mit der Zange bekomme ich den Schlüssel nicht zu fassen.

„Lina, ich gehe nochmal in den Keller. Zur Not müssen wir die Tür kaputt machen. Aber raus kommst du. Es dauert nur ein bisschen“

„Ist gut!“

Neue Pläne im Kopf. Mit versierten Nachbarn. im Hinterkopf lassen. Brauchen wir nicht.

„Mama, eine Spinne!“

„Und? Wie groß ist sie?“ betont gelassen.

„Mittelgroß“

„Na dann geht’s ja“

„Aber Mama, die hat mir zugezwinkert.“

Schön, dass unsere Tochter in solchen Momenten ihren Humor behält.

Weiterer Kellergang. Nächste Zangencharge. Rumgefriemel an der Tür.

„Mama, ich glaube, wir brauchen die Feuerwehr.“

*rumfriemel

Brauchen wir die Feuerwehr? Hmmmmm. Nö. Schaffen wir so. Zwischendrin möchte Timo JETZT unbedingt auf den Schoß. Und nen Stinker hat er auch.

„Nee, ich bekomme das bestimmt auch hin. Ich muß nochmal in den Keller. Nen Schraubendreher holen“

„Mama, hol doch den Papa!“

Schön, dass Lina das Vertrauen in ihren Papa hat, solche Situationen hinzubekommen. Mein Ehrgeiz ist noch erst recht angestachelt. *Friemel

„Lina, dreh nochmal und drücke gegen den Schlüssel, damit er nicht rausfällt.“ *weiterfriemel

*klick

Die Tür ist auf.

„Mama, wie hast du das geschafft?“

Ich nehme Lina in den Arm und lobe sie, dass sie so prima ruhig geblieben ist. Dann folgt nochmal ein kurzes Gespräch über Schlüssel im Allgemeinen und die Nutzung von Schlüsseln durch Lina und Timo im Besondern.

Mama kommt ins Bad

„Mama, guck mal: Wir trinken wie die Katzen. “

Lina und Timo knien im Vierfüsslerstand auf dem Badezimmerboden. Vor/unter ihnen die mit Wasser gefüllten Trockenfutternäpfe unserer Katzen.

„Lina. Das sind doch die Näpfe der Katzen. Das kann euch krank machen. “

„Nee, Mama. Wir haben die doch vorher sauber gemacht.“