Lina klärt Timo auf

Lina: „Die Mama bekommt nächstes Jahr ein Baby.“

(Ich werde hellhörig.)

„Und da die Mama das nicht will, macht der Körper das so, dass das alles als Blut wieder rauskommt.“

(Für ne 5 jährige nicht schlecht. Für die Feinheiten haben wir ja noch ein wenig Zeit.)

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„ICH BIN NICHT SÜSS!“

Lina bekam die Haare geschnitten. Da sie nun beschlossen hat ihre Haare wachsen zu lassen, schnitt Gessica wirklich nur das nötigste. Lina wirkt beim Blick in den Spiegel unzufrieden. Sie hat aber auch mehrfach gegähnt und ist enttäuscht nun doch keinen Kakao bekommen zu haben. Zuvor hatte sie das Angebot abgelehnt. Timo lies ihr immerhin noch einen großzügigen Schluck in der Tasse.

Das Ankleiden hinterher gestaltet sich voller motzen, Protest und Unzufriedenheit.    (Ok, dann eben ohne Jacke und Mütze rausgehen. Lina wird selbst merken, wenn ihr kalt ist)

Im Auto weiteres versprühen schlechter Laune. Ich frage Lina, was schief gelaufen ist. Da platzt der Knoten. Sie ist unzufrieden mit ihrem Aussehen. Der Schnitt gefällt ihr nicht.

„Ich finde den Haarschnitt total süß!“

„ICH BIN NICHT SÜSS!“ schreit es voller Inbrunst durch das Auto!

Ich muß mich sehr zusammenreißen laut loszuprusten. Erahne ich doch schon den Hintergrund.

„UND NENN MICH NICHT LINCHEN!“

Oh. Da muß ich schlucken.

Also Lina möchte lange Haare haben. War aber auch überrumpelt, dass nach Beendigung des Haare schneidens die Frisur anders aussah als sonst. Nicht so toll schräg angeschnitten mit toll geformten Hinterkopf. Sondern eben fast wie vorher. Nur eben ein kleines bisschen weniger Haare und vor allem gestutztes Pony.

 

Lange Haare will Lina immer noch. Aber an die Veränderung muß sich Lina trotzdem noch gewöhnen. Ich schlafe ihr cor, dass nach dem nächsten Haarschnitt Jessica mal probieren soll ein kleines Zöpfchen zu flechten. Ein Zopf von einer richtigen Friseurin geflochten zu bekommen ist ja was ganz anderes und viel wertvoller, als von jemand anderem.

 

Beim Tür öffnen bekomme ich einen Kuß. Das ist fast genau so viel Wert, wie „Linchen“ sagen dürfen. Und das Gespräch schien in der richtigen bahn verlaufen zu sein.

 

Alles blöd! Oder?

Im Auto. Lina hat miese Laune und tut dies kund. Timo schnappt Linas schlechte Lina auf und macht solidarisch mit. Er plappert los, dass alles blöd sei.

Ich frage nach:

„Alles ist blöd?“

„Ja! – Schokolade ist blöd, Paupatschau ist blöd, alles blöd.“

„Auch Schokolade?“

„Ja!“

„Und Kuscheln?“

„Blöd“

Lina steigt in das Spiel ein und wir wechseln uns ab mit aufzählen. Timo antwortet schnell, mit gleichbleibender überzeugender Intonation.

„Zähneputzen?“

„Blöd!“

„Windel wechseln?“

„Blöd!“

„Gummibärchen?“

„Blöd!“

„Morgens mit Mama unter der Bettdecke kuscheln?“

„Blöd“

„Gurken?“

Pause

„Saure Gurken?“

„Ich muss überlegen!“

Spätestens da ist das Eis gebrochen und wir lachen schallend los.

Mutige Schritte

Das Wissen, nun bei der Musikschule doch abgemeldet zu sein, oder der Auftritt am Wochenende, ….

Irgendwas hat Lina Mit gemacht heute alleine zur Musikschule zu gehen. Sky kam selbstverständlich zur moralischen Unterstützung mit.

So haben Timo und ich Zeit für einen Kakao in der Eisdiele, wo Lina auch schon war. Da Timo sich weniger aus Eis macht, aber um so mehr aus aus der magischen Waffel, bat er um ebendiese. Ganz mutig folgte er dem netten Kiosbesitzer hinter die Eisdiele und bekam seinen Herzenswunsch.

Zum morgendliche Schreien

trägt jeder der Familie beim überschreiten seiner ganz persönlichen Grenze bei.

Ob nach 30 Sekunden oder 1h. Irgendwann bleibt keiner mehr von uns mehr gelassen. Es schaukelt sich gegenseitig hoch. Und die Stimmung ist am Tagesanfang schon am Tiefpunkt und die Energien für den Tag mächtig angekratzt.

Die Themen drehen sich gebetsmühlenartig ums Ausziehen, Anziehen und Zähneputzen.

Wohlfühlen tut sich keiner von uns damit. Möchte man den anderen doch auch nicht im Konflikt verabschieden und getrennter Wege gehen. Das ist kein Miteinander.

Also neues ausprobieren.

Lina bekam nach einen Gespräch am Vortag heute morgen nur eine einzige Erinnerung sich fertig zu machen. Da sie doch sehr schnell wieder ins Spiel abrutscht, half noch der Trick des indirekten Erinnerns:

„Lina, hast du die Uhr im Blick?“

„Timo komm, wir müssen in 10 Minuten los.“

Und siehe da. Es gab kein Motzen, kein Zetern, kein Schreien und noch Zeit zum Spielen.

Auch die Ansage, dass es keine Dose fürs Auto gibt, da beide sich morgens schon reichlich an den Domänenplätzchen bedient hatten, wurde direkt akzeptiert.

Dass die Schokomänner ihre Köpfe schon vor dem Frühstück einbüßen mussten übersah ich gönnerhaft, da die kopflosen Körper ordentlich im Kühlschrank geräumt worden waren.

Der Tag begann soviel anders, als die vorherigen Tage. Bleiben wir guten Mutes, dass was hängen bleibt in der kommenden Woche.

Im Auto gab ich jedenfalls meine Rückmeldung über den tollen Start und die Kinder bestätigten mich.

Lina und das Teilen

Lina ist soooo süß.

Sie brachte beide Schokobäume nach oben. Nahm selbstverständlich einen „Timo komm, ich geb dir was ab“ und marschierte ins Kinderzimmer.

Perplex hielt ich den 2. hoch und fragte, was mit dem sei.

„Der ist für dich und Papa“

Und später mit Plehmomil- Rettungswagen im Schlepptau:

„Papa, die Mama gibt dir was ab.“

Wir klären es noch auf, wenn sie die Schokolutscher entdecken.

5.12. elterliche Vorfreude

Sonst gab es bei uns nur ne Kleinigkeit. Dieses Jahr ist mit dem Playmobil schon was besonderes.

(Weil wir Eltern als Hartgesottene Drkl‘ler so nen Spaß dran hatten.)

Den Kamin hab ich vorhin extra noch ausgekehrt!

Und Lina und Timo haben gerätselt, wie der Nikolaus da durch passt. Lina erzählte der Oma, dass sie sich noch erinnert, den Nikolaus mal gehört zu haben. Da war sie aber noch klein und wusste nicht, dass das Geräusch der Nikolaus ist. ( Ich war baff, dass sie DAS noch weiß. Das ist 2 oder 3 Jahre her)

Die Stiefel sind in der Domäne abgegeben.

Ist ein Biohof bei uns. Die beiden Räuber fahren morgen mit dem Papa zum abholen. Der Nikolaus ist höchstpersönlich da.

Mamaerinnerung:

Ich wollte als Kind nen Autogramm. Das war so im Alter, wo ich ins Grübeln kam. Hätte die Handschrift nämlich zuordnen können. Dass der Nikolaus meinen Willen verweigert, damit hab ich überhaupt nicht gerechnet.