Alleine zum Kindergeburtstag 

Ich: „Lina, eigentlich bist ja nur du zum Geburtstag eingeladen. Timo und ich nicht.“

Lina: „Was mache ich denn, wenn ich weinen muß?“

Ich: „Linda kann dich doch auch ganz prima trösten. Und wenn es gar nicht geht, lässt du Linda mich anrufen und dann hole ich dich ab. Aber ich bin mir sicher, du schaffst das.“

Ich hatte mehrere kurze Gespräche mit Lina, wegen der kommenden Geburtstagseinladung. Für 4 jährige scheint genau hie reine magische Grenze zu sein. Vorher kam Mama mit. Zum 4. aber, da geht man alleine hin.

Besonders motivierend war, das ihr Freund ein paar Tage später ohne Mama zu uns kommen sollte. Der ist schon geübt darin, ohne Mama woanders zu sein. Lina noch nicht.

In der Kita dann beim Abholen, überreichte ich die von Timo geliehene Piratentasche mit Wechselsachen und dem Geschenk für Amilia. Das Geschenk wollte sie hinterm Rücken verstecken, damit Amilia es nicht gleich sieht.

„Lina, wie wollen wir das gleich machen? Soll ich mit Timo noch ein bisschen dabei bleiben, oder bringe ich dich nur zur Tür?“

– „Mama, du kannst mich alleine dalassen. Ich schaff das!“

Mit der Latzhose, der zu grossen Beanie und der Tasche sah sie einfach zum anbeissen aus. Und plötzlich schon so groß.

Und so machten wir das auch. Lina freute sich riesig hinterm Rücken ein Geschenk zu verstecken. Sie verabschiedete mich ganz schnell und war sofort in der Mädelsrunde integriert. Auch Linda staunte nicht schlecht. Und später erzählte Linda mir, dass Lina noch ein anderes Mädchen  tröstete, die eine wenig später kam und sich ein wenig schwer tat, sich von Mama zu verabschieden. Und das obwohl, Lina die Jüngste war!

Beim Abholen sprudelte Lina nur so mit Worten und hüpfte aufgeregt im Wohnzimmer beim Erzählen herum. Sie hätten Ketten gebastelt und Seerosen, und Kuchen haben sie gegessen und Muffins. Und da waren Gummibärchen versteckt. Und ……

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Kurzmitteilung

Die Frau Brick

Lina ist sehr angetan von einer Weihnachtskarte von Freunden. Folgendes Gespräch heute morgen.

Wer hat die Karte gemacht?

Der Nostoc und die Sascha. Das ist schon eine Weile her, dass wir da da waren. 

Hat die die Karte gebastelt?

Nein, die Karte ist gekauft. Schau mal, da ist ganz viel Glitzer dran. 

Wer hat die gemacht ?

Eine Maschine, in einer Fabrik. 

Hat die das geklebt, die Frau Brick?

Manchmal machen Mama und Papa nämlich auch Fehler

Und dann braucht es manchmal sogar nur kleine Schräubchen an denen Mama und Papa drehen müssen, damit ein Kind inmitten seines Autonomiekampfes wieder geerdeter ist, wieder offener wird für Angebote von Außen., wieder besser ins selbstständige Spielen kommt, weniger verbale Kämpfe mit Bezugspersonen ausfechten muß.

 

Manchmal braucht es den Mut einer anderen Person um beim Spiegeln zu helfen;

– müßen sich Mama und Papa an die eigene Nase fassen;

– tapst Mama selbst in einen „würde ich nie tun“-Napf oder eine „Was der mit seinem Kind macht finde ich nicht gut, weil“-Falle

– ist es doof, das andere glauben, weil man Erzieherin ist, wisse man schon, wie man mit dem eigenen Kind umgehen soll;

– ist man Betriebsblind.

Manchmal müssen Mama und Papa mehr miteinander kommunizieren und an einem Seil ziehen;

müssen Mama und Papa mehr Mama und Papa sein.

Konsumkind 

Kurz vor dem Abendbrot. 

Lina: „Hunger! Kekse!“

Mama: „Es gibt jetz keine Kekse. Wir essen gleich Abendbrot.“

Unerwünschtes Ergebnis. Dann fragt man halt Papa. Mit veränderter Taktik. 

Lina: „Schoko?“

Papa ebenfalls veränderte Taktik : “ Lina, ich habe keine Schokolade!“

Lina: „Kaufen!!!“