Linas Traumwelten

Lina scheint mindestens so blumig und intensiv wie Mama zu träumen.

Lina: „Ich habe heute Nacht geträumt, ich wär mit der Schwebebahn gefahren. Hui, das war schnell. Ich musste mich an einer Eisenschiene festhalten, sonst wäre ich ganz tief runter gefallen.“

Mama: „Woher weißt du denn, wie eine Schwebebahn ausschaut?“

Lina: „Na aus meinem Traum.“

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Plantschen und Tauchen

Eigentlich wollten wir mittags draußen Grillen. Abschlussgrillen. Doch die Nordsee zeigte ihr komplettes Repertoire an Wetter und es regnete Bindfäden. Der tapfere Hausmeister grillte also draußen und wir aßen alle drinnen.

Die Fülle an allen Mamis und Kindern war nicht nur mir Zuviel. Auch Timo war überfordert und war entsprechend übellaunig.

Mit ein paar Stücken Fleisch, Würstchen Pilzen und einigen sehr hilfsbereiten Mamis stieg die Laune langsam wieder.

Die letzten zwei Nachmittage waren wir im hausinternen Schwimmbad. Es ist nicht groß. Aber es passen erschreckend viele Kinder und Jugendliche hinein. Rekord war heute 26 Kinder im Alter von 2 1/2 bis 14 Jahren. Dementsprechend ein unsäglicher Lärm.

Gestern war es dort aber nochmal ruhig. So ruhig, dass Lina sogar ohne Schwimmflügel toben durfte. Sie lieh sich und Timo von zwei älteren Jungen Schwimmbrillen aus.

Und schon wurde die Unterwasserwelt erkundet. Lina war zuvor nie besonders fürs Tauchen zu begeistern. Dieser Knoten platzte, als sie unter Wasser sehen konnte. Timo trug die Brille meist auf dem Kopf, aber über den Augen. Linas Brille rutschte irgendwann weiter herunter und saugte sich an den Augenliedern fest. Egal. Hauptsache tauchen.

Völlig neue Möglichkeiten eröffneten sich für Lina. Die Idee, auch gleich mal unter Wasser Luft zu holen war ziemlich doof. Aber nach einer Runde trösten, vermischt mit wild gewürgtem Gerülpse ging es mit zugehaltener Nase gleich wieder unter die Wasseroberfläche.

Timo paddelte derweil munter durch das komplette Becken und angelte hie und da mal einen Ball oder einen der mitgenommenen Plastikschuhe.

Auch heute im Haifischbecken gefüllt mit laut tobenden Kindern waren beide munter mittendrin. Meist eher im flachen Bereich, aber nicht minder aktiv. Beide machten ihr Ding, während um sie herum die meist männlichen Halbstarken wild vom Beckenrand hüpften, sich tunkten und in die Luft warfen.

Zum Abendessen bekamen beide von unserer Tischnachbarin jeder ein wunderschönes Nordseemalbuch geschenkt. Und Buntstifte.

Jeder bemalte sein Buch so gleich. Und im Zimmer ging es weiter. Im Internet suchten wir nach realen Bildern der Zeichnungen. Und so klang mit Ausmalen und längerem Vorlesen unser letzter Kurtag hier recht ruhig aus.

Austern und Ausflug nach Greetsiel

Vor dem Mittagessen gingen wir mit A. Und dessen Mama ins Watt. So richtig Watt war noch nicht und bei uns ist es eh recht „schlickig “ . So blieb ich mit Timo eher in der Steinezone und Lina ging mit A. weiter rein. Plötzlich Freudenrufe. A. hatte eine Auster gefunden. Die nächste fand seine Mama, dann auch Lina. Irgendwann bekamen wir einen Blick für die Austern und fanden mehrere.

Auch Timo entdeckte eine. Wir fanden auch noch ein paar lebende. Die wollten wir nun aber nicht essen und legten sie wieder zurück. Der Ausflug hatte sich wirklich gelohnt. (Und tröstet mich ein wenig darüber hinweg, dass wir die richtige Wattwanderung wegen Wind absagen mussten)

Nach dem Abspülen von Füßen, Gummistiefeln und Muscheln war es schon Zeit zum Essen.

Nach dem Mittagessen ging es mit dem Reisebus nach Greetsiel.

Wir hatten ein gutes Timing und starteten direkt mit einer Bootsfahrt. Unser Kapitän erzählte ganz viel Wissenswertes über Greetsiel und Umgebung, gab viele Ostfriesenwitze zum besten und schipperte uns an den Zwillingsmühlen, den Sielen, den Grachten und noch ein wenig in die Natur.

Wieder zu Fuß kamen wir an einem kleinen Hofflohmarkt vorbei mit ganz vielen Schleichtieren. Lina entdeckte gleich einen Hengst mit goldenen Damensattel. Timo hätte gerne das Indianerboot gehabt, was mir aber aber dann doch zu teuer war.

Lina beteiligte sich halbe halbe mit ihrem Geld und Timo fand sie Kangeruhmama mit Baby im Beutel dann auch ganz prima.

Die Mühle hätten wir ja gerne von innen gesehen. Als ich aber die steile Stiege nach oben sah zweifelte ich. Als ich erfuhr, dass es davon vier gibt und man eigentlich pro jüngeres Kind einen Erwachsenen braucht verzichteten wir lieber. (Papa, hier müssen wir mit Dir noch mal her!)

Wir gingen dann zur roten Mühle, die tatsächlich noch in Betrieb ist. Im dazugehörigen Café ging mein Herz auf.

Hatte ich die Teezeit in der Kur verpasst, hier bestellte ich sie mir. So richtig mit Kluntjes, Zange, Stövchen, Sahne und Löffelchen.

Lina wähle Käsekuchen, Timo gedeckten Apfelkuchen, beide Apfelsaftschorle mit mit Trinkhalm (Jeder bestellte für sich selbst!!) und ich noch Mandarinentorte.

Mit Aussicht für die Kinder auf ein Stück Kluntjes zum Abschluss, dem Pferd und dem Känguru konnte ich tatsächlich die Teezeit richtig genießen. Und die Teekanne war groß!

Ach, wir haben tolle Kinder!

Auf dem Rückweg erfuhren wir noch vom Gummibärenladen, wo man probieren darf. Aber das schafften wir nicht mehr. Auch den Eisladen und das Krabbenbrötchen müssen wir uns für ein nächstes Mal aufheben.

Greetsiel war toll. Aber für alles viel zu kurz.

Spontaner Ausflug zu den Pferden

Gestern wurden wir nach dem Abendessen eingeladen eine Mama mit ihrem Sohn zu ihren Pferde zu begleiten.

Die Mama hat die beiden Pferde zur Kur „einfach“ mitgenommen und beim Bauern im Ort untergestellt.

Die Kinder quetschten wir zu dritt in die Kindersitze nach hinten und wir fuhren das erste Mal Elektroauto.

Auf dem Hof zeigte A. den beiden gleich die Fahrgeräte. Die Großen schnappten sich ein Doppelkettcar, wechselten sich beim fahren ab und enterten den Hof. Timo nahm sich einen Traktor.

Bei den Pferden half Lina mit beim Striegeln, gab ihr bestehendes Wissen zum besten und lernte neues dazu.

Timo kurvte mit dem Trettraktor über den Hof. Hin und wieder musste er gerettet werden, wenn er hängen blieb oder eine Erntemaschiene beim Ausparken doch zu sehr Eindruck machte.

A. wählte zum Reiten das Pony, Lina und Timo bekamen den Fuchs. Ohne Sattel nur mit Decke und Haltegurt.

Die Beiden thronten da oben wie Annika und Tommi und genossen es sichtlich. Der geführte Ausritt ging an der Windkraftanlage vorbei. Sowohl der Mond, als auch die Sonne beleiteten uns.

Für Lina wurde das ganze noch getoppt, als die das Pferd anschließend auf die Koppel führen durfte. Das sah schon sehr imposant aus: die kleine Lina mit dem großen Pferd.

Es war dann auch ganz schön spät, als wir zurückkamen. Um halb zehn waren die beiden innerhalb von zehn Minuten eingeschlafen.

Muscheln, Pizza und Yoga

Heute morgen gingen die Seepferdchen (die kleine Kitagruppe) ins Watt Muscheln sammeln. Da Lina und Timo ja so tolle Beutel haben, wurden diese auch reichlich gefüllt.

Die Erzieherinnen waren ganz Baff, dass Timo mir direkt eine Miesmuschel und eine Herzmuschel zeigte und beide richtig benannte. Ich erzählte, dass wir vorher ja schon wochenlang Bücher und Filme geschaut hatten, um uns einzustimmen auf das Meer.

Mittags bereiteten die Kinder Pizza zu. Jeder durfte sagen, was auf die Pizza drauf sollte. (Ich bekam auch ein Stück ab und fand sie seeeeehr lecker)

Nachmittags hatten Lina und ich Mutter-Kind-Yoga. Wir machten zusammen den Baum, den pullernden Hund, die Maus und die Kinder machten noch einbüßt Dinge wo wir Mamis Hilfestellung gaben.

Dann holten wir auch Timo ab. Hier wurde mir auch nochmal erzählt, dass Lina und Timo eine. Sehr soziale Geschwisterbeziehung hätten, die es wohl eher selten gäbe. Jeder würde sich um den anderen kümmern und nach dem anderen fragen.

Leider war das Wetter ziemlich doof. Auch die Wattwanderung morgen wird für beide zu stürmisch sein.

So lasen wir, tranken Tee und Kakao und spielten UNO.

Timo wurde vom Zimmernachbar noch eingeladen mit dessen Bauernhoffahrzeugen zu spielen. Der Nachbar ist schon 6 und ein ganz lieber. Timo fand das natürlich total klasse. Er schwelgte im Fahrzeugparadies.

Lina zog sich nochmal Wasserfest an und sprang draußen alleine durch die Pfützen.