Mamaerkenntnisse

Nachdem beide nach dem Abendessen noch schön zusammen gespielt und sich eine Höhle unterm Bett gebaut hatten, half Lina Timo heute freiwillig im Bad (anziehen, Zähneputzen) und brachte Timo ins Bett. Hat sie toll gemacht. Ich blieb in Rufweite. Timo blieb Liegen und vergewisserte sich nur nochmal per rufen, dass ich da bin. Er schlief aber unten in seiner Höhle alleine ein.


„Puh, Mama! Jetzt weiß ich mal wie anstrengend das ist!“ (Lina, 6.11 Jahre)

Das besondere für einen guten Schlaf

Aktuell schlafe ich bei Timo im Zimmer. Er klagte jede Nacht über Angst, klammerte sich in der ersten Nacht regelrecht an mich dran, bis er in den folgenden Nächten spürte, ich bleibe da. Wir schlafen beide auf den Boden. Timo unter seinem Hochbett, ich daneben. Dann haben wir die Gelegenheit genutzt, dass Timo ohne Windel nachts schläft. Ich wecke ihn 2-3 mal in der Nacht und begleite ihn auf Toilette. Oder beziehe das Bett eben neu.
Ich schlafe erstaunlich gut auf der harten Matratze auf dem Boden. Aber meinen Mann vermisse ich eben doch.
Mama: du fühlst dich wohl in der Höhle, oder?
Timo: Ja!
M: Magst du da in der nächsten Zeit erst mal schlafen?
T: Ja, aber bald mag ich auch wieder oben schlafen.
M: Du Timo, ich würde auch gerne langsam wieder in meinem richtigen Bett schlafen.
T: Aber dann bekomme ich Angst.
M: Die letzten Nächte hast du doch gut geschlafen?
T: Ja, aber ich brauche etwas weiches zum Ankuscheln. Etwas ganz besonders weiches. Und du bist besonders weich.

Timo, 4 1/2 Jahre, Gewonnen.

Bettenhopping

Luxus ist verschiedene Matratzen zu haben, die in verschiedenen Zimmern gelegt werden können, um ein optimales Kuschel- Nähe und Erholungssystem zu finden.

(An der Erholung der Mama wird noch gearbeitet.)

Papa schreibt an Mama:

„Timo kommt in mein Bett. Ich sage, dass auf deiner Seite keine Decke ist. Timo antwortet in der Babystimme: ich schlüpf ja auch unter Deine!“

Statt einzuschlafen

Lina, lauscht nach draußen : „Die Zirpen grillen.“
Ich kichere.
Lina: „Die Zirpen grillen“ – Pause – „sich ne Bockwurst.“
Wir kichern beide.

Lina: „Mama, warum……..“ (kann beliebig gefüllt werden)

Ich: „Warum schläfst du nicht?“

Lina: „Weil mein Kopf sagt: rede mal ein bisschen!“

Draußen hat lautstark eine Waschecht Dorfparty begonnen. Geräuschniveau einer Kirmes. Lina beschwert sich über den Krach draußen.
Ich suggeriere ihr: “Mit jedem Krach, den du von draußen hörst, wirst du müder und müder. Wirst sehen, das klappt.
Bei mir funktioniert es. *gähn“

2 Minuten später wummert von draußen die Bässe und Stimmen von Mitgröhllieder. Neben mir höre ich nix mehr außer gleichmäßigen Atem.

Erste Tage in der Schule

Lina tut sich schwer, morgens in die Klasse/ Schule zu gehen. Zwei Tage lief sie mit ihrer Nachbarsfreundin und es klappte prima. Heute, als ich sie begleite, kann sie sich am Schultor nicht von mir trennen. Weint, kommt erneut wieder aus dem Klassenraum gelaufen.
Mama: Magst du den Puschel in die Hand nehmen?
Lina: „Frau S. Sagt, ich soll ihn in den Ranzen packen und dann ist der Mut weg.“

Irgendwie schafft sie es doch. Am Nachmittag reden wir nochmal darüber. Lina hatte am Anfang der Woche mir schon erzählt, dass ihr das Trennen von mir so schwer fällt.
Mama: Was brauchst du, damit du besser in die Klasse kommst?
Lina: Ich weiß nicht, auf was ich mich freuen soll. Ich kenne noch niemanden, auf den ich mich freuen könnte. Darum fällt es mir so schwer.

Ursprünglich wäre ihre Gegenübernachbarin und Freundin mit ihr in die Klasse gegangen. Kurzfristig ist die Familie nun weggezogen und damit ein wichtiger Anker für Lina weggefallen.

Waren die ersten Tage in der Schule so schwer für Lina, weil sie Angst hatte, dass sie Aufgaben wie 100 plus 100 nicht beantworten kann, hat sich diese Versagensangst nun gelöst. Sie ist überrascht, dass sie so gut mitkommt und alle Aufgaben so gut lösen kann. Ihr Anspruch an sich selbst ist manchmal so unglaublich gemein.

Ich bin immer wieder überrascht, wie klar Lina über ihre Gefühle und Gedanken sprechen kann. Eine Lösung habe ich deswegen natürlich nicht parat. Irgendwie müssen wir die doofen Tage noch überbrücken. In der Betreuung hat sie bereits Kontakte geknüpft. In der Klasse noch nicht. Ich glaube, dann wird es ganz bestimmt leichter. Und solange muss vielleicht noch ein Kuscheltier heimlich im Ranzen Lina begleiten.