Pinsel und Könige in den Unterichtsfächern

Lina wurde mit einem Klassenkameraden ausgewählt ihre Klasse mit einem Beitrag bei der Einschulungsfeier der neuen Erstklässler zu vertreten.


Aus mehreren Symbolen (Lineal – Mathe, Zebrafranz – Deutsch, Lupe – Sachkunde, Engel -Religion, Pinsel – Kunst,….) durfte sie eines wählen und dazu etwas sagen.
Wir wollten sie nicht beeinflussen, sprachen aber beide mit ihr über die Möglichkeiten und was sie den neuen Erstklässlern erzählen könnte. Sie haderte etwas zwischen Kunst und Deutsch. Meinte, sie könne überall was dazu sagen, nur Mathe wolle sie nicht nehmen.

Sie bereitete sich mit schöner Kleidung vor. Überlegte sich ein paar Sätze. „Am liebsten hab ich ja Kunst, aber die anderen Fächer mag ich auch. Wenn ich sage, dass man im Deutsch die Könige kennenlernt und damit besser lesen und schreiben kann, das kapieren die doch gar nicht.“ (Könige = Konsonanten a,e,i,o,u. In jeder Silbe ist ein König)
Wir waren so gespannt, ob sie sich trauen würde. Sie war so stolz von ihrer Lehrerin dazu berufen zu sein.

Gestern kam sie lachend nach der Betreuung heim. Erzählte glucksend, wie es gelaufen ist.


„Weißt du was ich gesagt habe? –

„Mit dem Pinsel kann man lesen lernen“

Wir haben mit ihr gelacht und uns gefreut, dass sie ihren Versprecher mit Humor genommen hat. Die anderen „im
Publikum“ hätten gar nicht gelacht. Die hätten das gar nicht kapiert.

Musikalisches Eigentor


Florian:
Jetzt ist es passiert. Als Revanche für so viele Streitigkeiten zwischen den Kindern, die WIR heute anhören mussten,habe ich die Musikboxen in den Kinderzimmern zur Abschreckung mit den größten Hits von G.G. Anderson (info: das ist ein „Schlagerstar“ aus Eschwege) befüllt. Timo findet die „Rockmusik“ toll und will die jetzt bitte zum Einschlafen hören.

Ich sehe da ganz dunkle Zeiten auf uns zukommen…

Ursachensuche mit Mamagefühlen

Aus dem Flur erklingt ein unterdrückter schmerzerfüllter Laut. Kurz darauf ein „Nix passiert. Alles gut!“ von Lina. Flo und ich schauen uns an, gehen zu ihr. Eine weinende Lina im Bad vorfindend.„Ich mache immer Sachen, wo ich nicht überlege, dass das wehtut, und dann tut es mir weh.“

Sie sei mit einer Klammer abgerutscht und die wäre an der Zunge hängen geblieben. Papa nimmt Lina auf den Schoß zum Trösten. Die Zunge schaut heile aus. Ich hole das Corpus delicti aus dem Zimmer.

Ja, das können wir uns beide vorstellen, dass das wehtut.

Lina hatte wohl Sorge, dass wir schimpfen. Wir müssen schmunzeln, sind erleichtert und lieben unsere experimentierfreudige Tochter in dem Moment ganz besonders.

Inzwischen meldet sich Timo, der natürlich vom Weinen aufgewacht ist und nun auch Trost braucht.

Flo geht zu Timo, ich übernehme das Schoßkind. Damit sie lachen kann, erzähle ich ihr von Menschen, die sich sowas freiwillig antun, weil sie ein Zungenpiercing haben wollen. Nein, sowas wolle Lina dann nicht haben. Damit könne man ja nicht mehr essen. Die betäubende Salbe für die Zunge lehnt sie aber auch ab.

„Mama, warum hast du direkt gewußt, welche Klammer ich benutzt habe?“

„Das hat was mit Liebe zu tun.“

Inzwischen liegt sie wieder in ihrem Bett und ich streichle sie noch liebevoll.

„Wie beim Kommissar Kugelblitz?“

„Nein, bei dem ist das eine Sache des logischen Denkens.“

Lina denkt.

„Weil ich deine Mama bin, hat das was mit ganz viel Liebe zu tun.“

„Kapier ich nicht“

„Das macht nix, du wirst es später mal verstehen. Und wenn du es verstanden hast, dann darfst du mir das sagen.“

Zu hell

Papa … ich kann nicht schlafen weil es draußen so hell ist. Und wenn ich den Rollladen runtermache kann ich trotzdem nicht schlafen weil ich ja weiss, dass es draußen so hell ist.

Abendliches Dilemma einer 7-Jährigen.

Schiefahund

Timo nimmt seine Inliner, steckt die Hände rein, geht auf die Knie und flitzt damit durch den Flur und das Wohnzimmer.

Denn, er ist nun ein Skifahrhund. Nicht zu verwechseln mit dem Schäferhund. Es ist auch kein schiefer Hund.

Sondern ein Skifahrhund, der für die Bergwacht Bayern arbeitet und Ski fahren kann. Die suchen dann und helfen.

(Timo, fast 5, und mit ganz speziellen Fachwissen ausgestattet)

Buntes Hüftgold

Auf Kindaling fand ich heute eine Idee, die zwar zu Fasching gepostet wurde, sich aber wunderbar noch heute umsetzen lies. Ich persönlich kann mit dem Begriff „übriggebliebene Schokolade“ ja nichts anfangen. Doch in den Süssigkeitenkörbchen unserer Kinder finden sich tatsächlich noch Reste von der Einschulung, Nikolaus und Weihnachten. Also zeigte ich den beiden, was ich vorhatte und bat um eine Spende.

Diese schokogeladene Sammlung in 3 Sorten mischte ich, noch mit ein wenig Weißer Kuvertüre, schmolz diese im Wasserbad und dann verteilte ich das mit dem Löffel auf:

Von den Kindern zuvor auf einem auskleideten Backblech gefüllt mit Popcorn, Salzbrezeln, Minimarshmellows, Zuckerfreie Cornflakes und zuckerreduzierte Honigpops. Anschließend kamen noch ein paar bunte Plätzchenstreusel obenauf. Auf der Terrasse kühlte das Ganze aus. Da ich nach dem Zuckerschock unbedingt sofort eine Runde Spazierengehen wollte, zogen sich die Kinder an und wir aßen (mit feuchten Waschlappen bewaffnet) den wahr gewordenen Schokotraum direkt im Freien.

Kam mega gut an. Bei gross und klein.