Timo und das Töpfchen

Timo und ich sind um 13:00 ins Bett gegangen.

Kuscheln hier, Flasche erst wieder heute Abend, „anner Seite“, „Decke“, „ohne Decke“, mit Kopfkissen….

Dann „Mama Pippi“

Die Windel MUSSTE runter.

Das Töpfchen am Bett ist zu groß. „Linas Töpschen“

Also mit dem Nackedei ins Bad.

Aufs Kleine Töpfchen. Ein Grinsen. Begleitet von Überlegungen und Äußerungen zur Richtigen Benennung der benötigten Körperteile.

Dann ein eindeutiges Geräusch: Timo hat das erste Mal bewusst Pippi gemacht.

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Pulleralarm

Mama liegt mit beiden schlafenden Kindern im Bett und hört Hörbuch. Plötzlich hört sie im stockdunklen Schlafzimmer Pullergeräusche. Mächtig lange Pullergeräusche.

„Lina?“ (Könnte ja auch die Katze sein)

„Ja?“

Mama reckt den Hals. Sieht nix. Recht noch mehr. Immer noch Pullergeräusche. Sieht schemenhaft Lina vor dem Bett knien.

„Bist du auf dem Töpfchen?“

„Ja“

„Wow“

Mamas Augen gewöhnen sich an die Dunkelheit und erkennen das Töpfchen. Hinter Lina. Immer noch Pullergeräusche.

*seuftz*

Windelfrei

Wir sind sooooo stolz auf Lina! Lina braucht nun keine Windeln mehr. Die letzte Hürde „Nachts“ ist gemeistert.

Der Vorschlag kam Anfang letzter Woche von ihr und ich bat sie bis zum Wochenende zu warten.

Die besorgte Mama legte das Bett mit Windelunterlagen unterm Bezug aus und legte auch gleich noch Wechselgarnituren parat.

Mit Lina spielte ich einmal durch, wie das nachts dann ablaufen soll. Das Töpfchen stellte sie neben das Bett. Dann tat sie so, als ob sie schliefe.

Sie spielte, dass sie spürte, dass sie Pipi muss, stand auf und setzte sich aufs Töpfchen.

Nun könnte ja nichts mehr schiefgehen.

In der ersten Nacht erinnerten wir sie noch 3 mal daran, dass sie keine Windel trägt und fragten, ob sie mal muss.

Zur Antwort kam ein mürrisches „Nein“

Sie sollte recht behalten. Nicht ein mal musste sie und hielt alles bis zum nächsten morgen ein.

Und das nun in der dritten Nacht. Wow!

Abstillen

Meine Hoffnung – Timo würde sich von alleine abstillen – klappte genausowenig, wie bei Lina damals. Nun hisste mein Körper schon länger die weiße Flagge. Schon lange geht es ja nicht mehr um Nahrungsaufnahme. ( Bis auf die Zeit im Winter, wo er richtig krank war und selbst der Kinderarzt froh war, dass ich noch Milch habe)

Und letzte Woche war der Wunsch dann da: langsam aber stetig Abstillen. Meine innere Überzeugung ist nun so stark, dass ich es Timo gegenüber vertreten kann. Ich bin kein Freund der radikalen Methode. Es hat ja auch etwas mit Abschied von beiden Seiten zu tun. Ich habe – mit wenigen Ausnahmen – immer gerne gestillt. Timo hat allerdings um einiges häufiger gebissen, als Lina.

Seit letzter Woche darf Timo also noch abends zum Einschlafen und morgens zum Aufwachen trinken. Nachts gibt es kein „Amai“. Der Busen ist dann ein Kuschelbusen. Die Decke ziehe ich mir hoch bis zum Hals, damit Timo nicht noch dem Geruch der Milch noch fieser ausgesetzt ist.

Zum Ersatz steht Wasser und Kuhmilch zur Verfügung. Die Alternativen werden uns teils wutentbrannt um die Ohren gepfeffert und manchmal dankbar angenommen. Ich spüre wie wichtig für ihn meine klare Haltung dabei ist. Zögere ich nur einen Funken innerlich, spürt er das direkt.

Es klappt recht gut. Dennoch sind bei Timo viele Emotionen dabei. Anfangs war es wirklich ein Wechselbad der Gefühle von Wut, Zorn, Traurigsein. Richtige Trauer. Nun spürt man tatsächlich schon eine Verlängerung des Schlafrhytmus.

Das Auslassen von erst morgens und dann abends wird bestimmt nochmal viel Liebe und Geduld erfordern.