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Kunst

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Manchmal machen Mama und Papa nämlich auch Fehler

Und dann braucht es manchmal sogar nur kleine Schräubchen an denen Mama und Papa drehen müssen, damit ein Kind inmitten seines Autonomiekampfes wieder geerdeter ist, wieder offener wird für Angebote von Außen., wieder besser ins selbstständige Spielen kommt, weniger verbale Kämpfe mit Bezugspersonen ausfechten muß.

 

Manchmal braucht es den Mut einer anderen Person um beim Spiegeln zu helfen;

– müßen sich Mama und Papa an die eigene Nase fassen;

– tapst Mama selbst in einen „würde ich nie tun“-Napf oder eine „Was der mit seinem Kind macht finde ich nicht gut, weil“-Falle

– ist es doof, das andere glauben, weil man Erzieherin ist, wisse man schon, wie man mit dem eigenen Kind umgehen soll;

– ist man Betriebsblind.

Manchmal müssen Mama und Papa mehr miteinander kommunizieren und an einem Seil ziehen;

müssen Mama und Papa mehr Mama und Papa sein.

Lina und Timo gehen zum Kinderturnen

Bobo geht zum Turnen.

Conny geht zum Turnen.

Jakob geht zum Turnen.

Und Lina und Timo ab Januar auch!

Es war aufregend, hat im Bauch gekribbelt und uns dreien Spaß gemacht. Der Probebesuch war ein voller Erfolg. Nur wenige Minuten ängstlich und zögernd hat Lina ganz schnell mitgemacht und Mama durfte sich auf die Bank setzen.

Während Lina verschiedene Stationen ausprobierte, auf Tuchfühlung ging mit den anderen Kindern, den Betreuern und ihrem eigenen Mut robbte Timo gutgelaunt auf dem Boden herum sooooviel Platz! Und ein weiblicher Kumpel im gleichen Alter lernte er auch gleich kennen.

Lina erklomm Mattenberge, rollte als Baumstamm, hing an Barren, kletterte in riesige Höhen und überwand sogar eine ausklappbare Sprossenwand, hüpfte über Bahngleise, krabbelte durch einen langen Stofftunnel, bekam eine Pizza auf dem Rücken gebacken und zum Schluss sogar noch ein bisschen Schokolade geschenkt.

Zitat

„Mama, ich hab einen Popel.“

Auf der Autofahrt tönt es von Hinten:

„Mama, ich hab einen Popel.“

Mama fährt und kruscht blind in der Mittelkonsole. Hinten geduldiges warten. 

-„Lina, das ist doof. Ich hab kein Taschentuch. “ ( Gleiche Situation vor ein paar Tagen. Da hielt sie das Naseninnenleben brav bis zum Parkplatz am Zeigefinger fest mit dem Kommentar: „Mama , der klebt!“)

Heute tönt es nach kurzer Stille von hinten:

„Mama? – Hab ihn zurückgesteckt“

3.Advent

Das war ein schöner 3. Advent. 

Nach dem Frühstück haben wir zu dritt kuschelig zusammen auf dem Sofa gelegen und zwei Folgen der Kinder vom Mühlenteich gesehen. Timo robbte erst zufrieden im Wohnzimmer herum, dann schlief er selig und Milchsatt auf Mamas Schoß. 

Der zufriedene Timo spielte anschließend mit Papa und schlief tatsächlich in seinem Arm ein. Die weiblichen Familienmitglieder hatten sich im Bett aneinandergekuschelt und ein Mittagsschläfchen gemacht. 

Wieder wach und ( Mama konnte sogar noch ausgiebig duschen) fit fuhren wir zum Auringer Weihnachtsmarkt. 

Klein aber fein. Eine wirkliche Alternative zum Gerummel in der Stadt. Da Lina kurioserweise bedenken vorm Nikolaus äußerte fühlte sie sich auf Papas Rücken erstmal am sichersten. Wir aßen Crêpe, Bratwurst und Nudelpfanne tranken Punsch, bestaunten die Krippe und Lina streichelte die Schafe und fuhr Karusell. 

Der Auftritt des Chores schien Lina besonders beeindruckt zu haben. Auf Papas Schultern lauschte sie ganz gebannt. ( beim Einschlafen meinte sie, DAS wolle sie auch machen mit dem Singen. Aber Mama soll mitkommen)

Auf dem Rückweg schauten wir noch bei Oma Christa und ihrem Besuch vorbei. Bei ihr leuchte das große Leykhausdorf und sie hatte sogar Kuchen gebacken.